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Hallux valgus: Was tun bei familiärer Vorbelastung?


Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Der große Zeh irrt immer mehr in Richtung der Außenkante des Fußes, der Ballen an Innenseite sticht deutlich hervor. So sieht ein Hallux valgus aus, eine der häufigsten Fehlstellungen der Zehen. 

Und eine, die häufig in der Familie liegt. Gehen eines oder beide Elternteile mit einem sogenannten Ballenzeh durchs Leben, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es auch die Kinder trifft. 

«Vererbt wird in dem Fall nicht der Hallux valgus selbst, sondern die genetische Veranlagung, die diesen begünstigen kann», erklärt die Sprunggelenk- und Fußchirurgin Mellany Galla aus Hannover. «Das können zum Beispiel Bindegewebsschwächen, eine erhöhte Gelenkbeweglichkeit oder eine bestimmte Fußform, zum Beispiel der Spreizfuß, sein.»

Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass man als Kind betroffener Eltern selbst auch eines Tages die Diagnose Hallux valgus bekommt. Der Entstehung kann man Galla zufolge «tatsächlich zu einem gewissen Maß vorbeugen». 

Warum die Zehen genug Platz in den Schuhen brauchen

Aber wie? Konsequent gut sitzende und flache Schuhe zu tragen, ist ein guter Anfang. Die Treter sollten dabei ausreichend Platz für den vorderen Teil des Fußes lassen. Das verringert den Druck auf die Zehen und den Fußballen, wie das Portal «gesund.bund.de» erklärt. 

Zudem ist eine gute Idee, die Schuhe regelmäßig ganz wegzulassen und barfuß über verschiedene Böden - von Sand bis Gras - zu laufen. Das stärkt die feinen Muskeln in den Füßen und verringert somit das Risiko für einen Hallux valgus. 

Wer eine Fußfehlstellung hat - etwa einen Spreizfuß - lässt sich am besten Einlagen anfertigen und trägt sie regelmäßig. Sie können Galla zufolge zwar die Entwicklung eines Hallux valgus nicht verhindern, sind aber trotzdem sinnvoll - weil sie Beschwerden wie Schmerzen lindern. 

Diese Übung wirkt einem Hallux valgus entgegen

Noch ein Tipp, den die Expertin allen mit familiärer Vorbelastung gibt: regelmäßig kräftigende Fußübungen in den Alltag einbauen. In ihrem Buch «Die einfachsten Fußübungen aller Zeiten» (Trias Verlag) verraten Galla und Physiotherapeut Arndt Fengler, wie man den Großzehenspreizer, einen wichtigen Muskel der Innenseite der Fußsohle, trainiert. 

Regelmäßig durchgeführt hilft diese Übung dabei, die Großzehe zu begradigen und einem Hallux valgus entgegenzuwirken. Und: «Durch diese Übung bekommen Sie ein besseres Gespür für die feinen Bewegungen der Füße und richten das Längsgewölbe auf», sagt Galla. 

So geht's: 

  • Die Übung geht sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Die Füße stehen nebeneinander. Die Fersen dürfen sich berühren. Der Abstand zwischen den Großzehengrundgelenken (die sich am Beginn der großen Zehen befinden) sollte etwa eine Zeigefingerbreite betragen.
  • Aus der Ausgangsstellung bewegt man die rechte und die linke Großzehe aufeinander zu - und zwar ohne die Stellung der Füße zu verändern. 
  • Das wiederholt man 15- bis 25-mal und legt dann eine kurze Pause ein. Dann sind zwei weitere Durchgänge dran. 

Irgendwie knifflig? «Zu Beginn kann es schwierig sein, diese Bewegungen zu steuern und auszuführen.», sagt Galla. Immerhin: Mit der Zeit fällt es leichter. 

Schon bei frühen Anzeichen: ab zum Arzt

Und wenn man feststellt: Huch, der Zeh ist bereits auf Wanderschaft? Schon bei ersten Veränderungen rät Mellany Galla dazu, einen Orthopäden oder eine Orthopädin aufzusuchen. So lässt sich frühzeitig ein Plan schmieden, wie sich diese Entwicklung möglichst günstig beeinflussen lässt - etwa mit speziellen Fußübungen. 

Übrigens: Auch ein ausgeprägter Hallux valgus bringt nicht automatisch Schmerzen und Einschränkungen beim Gehen mit sich. Eine Operation muss daher längst nicht immer sein, so Galla: «Die Fehlstellung allein ist nicht der ausschlaggebende Grund für eine Operation, sondern der Leidensdruck.»


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(28.08.2026)


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